Alle Jahre wieder ziehen die Weihnachtsmärkte die Menschen in ihren Bann. Durch die engen Gassen zwischen den Ständen schieben sich zahllose Menschen. Immer wieder trifft man auch auf den einen oder anderen unglücklichen Vierbeiner. Der oft massive Streusalzeinsatz malträtiert ihre empfindlichen Pfoten und immer wieder tritt ihnen jemand versehentlich auf die Füße oder den Schwanz. Der Lärm, die Enge, die vielen fremden Menschen und Gerüche bedeuten für Hunde unerträglichen Dauerstress, ganz im Gegensatz zu ihren manchmal reichlich glühweinbeseelten Begleitern oder Mitbesuchern. Wirklich übel wird es, wenn der Hund im Gewühle den Anschluss an seinen Besitzer verliert und panisch suchend herumirrt.

Für Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes ist eines deshalb ganz klar: „Tiere haben auf dem Weihnachtsmarkt nichts verloren. Tierfreunde muten ihren Vierbeinern diesen Stress nicht zu und lassen sie zu Hause.“
Ebenso kritisch sieht er gut gemeinte, aber falsche Fütterung, die gerade in Weihnachtsstimmung oft bedenkliche Ausmaße annimmt. „Auch wenn es schwer ist Hundeaugen zu widerstehen sollte man ihnen nicht nachgeben. Gewürzte Wurst- oder Bratenreste, Gebäck und andere Süßigkeiten bekommen dem tierischen Magen in der Regel nicht und führen schnell zu Übelkeit und Erbrechen.“ so der Tierkenner weiter.

Ein besonderer Dorn im Auge sind dem Tierfreund „lebendige Krippen“. Leider sind noch immer auf einigen Weihnachtsmärkten Krippedarstellungen mit echten Schafen, Eseln und sogar Rindern traditionelle Attraktionen, um damit vor allem Familien mit Kindern anzulocken. Nicht nur dass die Tiere dem Weihnachtsrummel um sie herum voll ausgesetzt sind, sie in den kleinen Ställen oder oft zugigen und feuchtkalten Gattern unter notorischem Bewegungsmangel leiden und kaum Möglichkeiten haben, sich an ein ruhiges Plätzchen zurückzuziehen, sie werden meist auch noch von den Besuchern mit allem möglichen und unmöglichen gefüttert. So manch ein Krippentier hat dieses Spektakel nicht überlebt und ist aufgrund des völlig artwidrigen Futterangebots an einer Kolik elend verendet.

Herbert Lawo appelliert deshalb eindringlich an alle Tierhalter, ihre Tiere für derartige Zurschaustellungen nicht zur Verfügung zu stellen - auch nicht für nur wenige Tage. Ebenso sind hier die zuständigen kommunalen Ordnungsbehörden in der Pflicht und sollten aus Tierschutzgründen lebendigen Krippen grundsätzlich eine Absage erteilen.

 

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Wir benötigen dringend weitere Pflegestellen, denn ohne Menschen, die Tieren ein vorübergehendes Zuhause schenken, können wir keine Notleidende Tiere aufnehmen.