Unzählige Wildtiere sterben alljährlich auf qualvolle Weise durch Mähmaschinen, weil sie statt zu flüchten, in eine angeborene Schreckstarre verfallen. Der Landes- tierschutzverband appelliert an Landwirte, so genannte Wildretter zu verwenden oder vor dem Mähen das Gelände zumindest gründlich abzusuchen und Brutbereiche auszulassen.Vor allem dieses Jahr, ist das Gras aufgrund des lang anhaltenden guten Wetters schnell gewachsen und es wird im Mai schon überall gemäht, genau in dem Zeitraum, in dem auch Rehe ihre Jungen zur Welt bringen.

Doch auch vielen anderen Wildsäugern werden die Mähmesser zum tödlichen Verhängnis und zahllose Nestlinge von am Boden brütenden Vögeln finden einen qualvollen Tod. Statt zu flüchten, drücken sich die Jungtiere bei drohender Gefahr instinktiv reglos auf den Boden – selbst dann noch, wenn der Kreiselmäher mit seinen rotierenden Messern schon in unmittelbarer Nähe ist. Dieser angeborene Schutzreflex, der ihnen normalerweise das Leben rettet, bedeutet hier jedoch den sicheren Tod. Dabei werden die Tiere von den Messern in der Regel nicht gleich getötet, sondern aufgeschlitzt und verstümmelt, so dass sie langsam und qualvoll sterben.

Alljährlich steigt die Zahl der jungen Wildtiere und Vogelküken, die in dieser Weise Mähmaschinen zum Opfer fallen. Insbesondere Rehkitze, die von den Muttertieren im vermeintlichen Schutz des hohen Grases zurückgelassen werden haben keine Chance. Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes, kennt die Problematik: „Für jeden Landwirt sollte es selbstverständlich sein, die Wiesen unmittelbar vor dem Mähen nach jungen Wildtieren abzusuchen. Speziell entwickelte „Wildretter“, die über Infrarotsensoren die Körperwärme von im Gras versteckten Tieren anzeigen, werden stetig weiterentwickelt und haben sich hierbei schon vielfach bewährt.“

Alleine in Österreich können mit so einem Infrarot-Wildretter laut Herstellerangaben jährlich rund 2.400 Kitze im hochstehenden Gras erkannt und gerettet werden. „Mehrere Landwirte können sich solche Geräte ja durchaus gemeinsam anschaffen und abwechselnd nutzen“, schlägt Lawo vor.

Lawo weiter: „Auch pragmatischere Methoden wie Schutzvorrichtungen an den Maschinen oder das Anbringen von abschreckenden Flatterbändern am Vortag, genauso wie das gründliche Absuchen der Flächen kurz vor dem Mähen, sind hilfreich und haben schon viele Leben retten können. Um die Flucht von Tieren, die trotzdem nicht entdeckt wurden, auch noch während der Mahd zu ermöglichen, empfiehlt sich außerdem, die Grünfläche unbedingt von innen nach außen abzumähen. Brutareale sollten dabei verschont werden und im Interesse des Tier- und Artenschutzes zumindest eine schützende Grasinsel stehen bleiben.“

Doch nicht nur dem Tier- und Artenschutz wäre so gedient, auch im eigenen Interesse müssten Landwirte beim Mähen vorsichtig vorgehen und Rücksicht nehmen. Denn wenn Überreste von Tieren in die Silage geraten, können sich unter Sauerstoffabschluss im Silo gefährliche Erreger wie das Clostridium botulinum-Bakterium ausbreiten. Die von diesen Bakterien produzierten Botulinum-Toxine gehören zu den stärksten Giften der Natur. Tiere, die mit derartig verseuchter Silage gefüttert werden, erkranken an Botulismus - was zumeist tödlich endet.

 

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Wir benötigen dringend weitere Pflegestellen, denn ohne Menschen, die Tieren ein vorübergehendes Zuhause schenken, können wir keine Notleidende Tiere aufnehmen.