Die Koffer sind bereits gepackt - doch dann die Frage: Wohin jetzt mit Hund, Katze oder Meerschweinchen? Jedes Jahr werden Tausende von Tieren in der Ferienzeit ausgesetzt oder unversorgt zurückgelassen. Deshalb: Rechtzeitig an die Urlaubsbetreuung der Haustiere denken - und für die Sommerferien ist rechtzeitig spätestens jetzt!

Bald ist es wieder soweit, die Sommerferien rücken näher und alle wollen verreisen. Oft steht das Urlaubsziel schon lange fest und alles ist durchorganisiert. Doch Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes, muss jedes Jahr erneut feststellen, dass bei der Urlaubsplanung an die tierischen Schützlinge oft zuletzt oder gar nicht gedacht wird; und auf die Schnelle lässt sich dann keine Lösung mehr für sie finden. Nicht ohne Grund kommt es alljährlich zu Beginn der Ferienzeit auffällig oft vor, dass Tiere ausgesetzt, irgendwo angebunden oder unversorgt zurückgelassen werden.

In schöner Korrelation mit den Schulferien steigt dementsprechend die Anzahl an Fundtieren in den Tierheimen sprunghaft an. „Tiere auszusetzen und sich nicht mehr um sie zu kümmern, ist nicht nur feige sondern auch verboten. Wer sein Tier vor die Tür setzt oder im Wald einfach rennen lässt, macht sich nach dem Tierschutzgesetz strafbar," macht Lawo deutlich und mahnt an: „Wer Haustiere hält, hat eine lebenslange Verantwortung für sie übernommen. Dazu gehört natürlich auch eine geeignete Versorgung über die Urlaubszeit hinweg."

Wenn Tiere selbst entscheiden könnten...würden Hunde immer am liebsten bei ihrer Familie oder bei ihnen vertrauten Personen bleiben, immer vorausgesetzt der Urlaub artet für den Hund nicht in Strapazen aus. Im Idealfall kommen Hunde also mit oder „zur Pflege" vorübergehend zu Bekannten. Katzen hingegen ziehen das „betreute Wohnen zuhause" dem Stress einer Urlaubsreise in der Regel entschieden vor. Vor allem Freigängerkatzen sind überhaupt nicht begeistert, wenn sie ihr gewohntes Revier im Stich lassen und mit auf Reisen gehen sollen.

Kleintiere hingegen sind nicht ganz so anspruchsvoll, können sie doch meist mitsamt ihrem Zuhause kurzzeitig umziehen und zu Freunden oder Bekannten in Pflege gegeben werden, falls sich niemand findet, der sie direkt zuhause versorgt. Wichtige Voraussetzung generell bei der Urlaubspflege: die Urlaubsbetreuung ist zuverlässig und erhält im Vorfeld ausführliche Pflegehinweise bzw. hat auch entsprechend Erfahrung im Umgang mit Tieren.

Kritisch wird es allerdings wenn man sein Tier nicht mitnehmen kann, aber auch niemanden kennt, der verlässlich für es sorgt wenn man weg ist. Gerade dann heißt es, sich rechtzeitig um einen Tiersitter oder Tierpensionsplatz zu kümmern. Tierheime helfen bei der Vermittlung von Tierbetreuern und nehmen in begrenzter Anzahl auch Pensionstiere auf. Aber sowohl diese Tierheimplätze als auch Tierpensionen sind gerade in der Ferienzeit schnell ausgebucht - und hier gibt es seltenst Last-Minute-Angebote!

Herbert Lawo rät deshalb unbedingt dazu, bei der Urlaubsplanung auch die tierischen Familienmitglieder einzubeziehen und sich rechtzeitig einen Pensionsplatz oder eine geeignete Urlaubsbetreuung zu sichern: „Schauen Sie sich die Urlaubsplätze Ihrer Tiere unbedingt im Vorfeld an und vergewissern sie sich, dass ihr Tier auch gut versorgt wird, damit sie und Ihre Tiere beruhigt eine erholsame Urlaubszeit verbringen können."

Viele Tierschutzvereine in Baden-Württemberg beteiligen sich außerdem auch dieses Jahr wieder an der bundesweiten Aktion „Nimmst Du mein Tier - nehm' ich Dein Tier" des Deutschen Tierschutzbundes und helfen so bei der Vermittlung von privaten Tierbesitzern und Tierfreunden, die sich im gegenseitigen Austausch als „Frauchen und Herrchen auf Zeit" anbieten.

 

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Wir benötigen dringend weitere Pflegestellen, denn ohne Menschen, die Tieren ein vorübergehendes Zuhause schenken, können wir keine Notleidende Tiere aufnehmen.