Manch einer wird sich noch an den Zeitungsartikel vom August 2016 erinnern. Darin ging es um die 5 Monate alte Katze „Paula“, die in einem verwahrlosten, desolaten Zustand in der Nähe der Schramberger Majolika leblos auf dem Gehweg gefunden wurde. Zuerst dachte man an einen Autounfall, holte Paula von der Straße weg und brachte sie schnell zum Tierarzt. Dieser konnte allerdings keine Brüche oder sonstige Unfallverletzungen feststellen, sondern einen Katzenschnupfen, Polypen, die mit bloßem Auge im Gehörgang sichtbar waren, eine starke Unterkühlung und einen massiven Flohbefall. Paula wog bei ihrem Auffinden 1,1 kg und wurde im Anschluss an die tierärztliche Untersuchung in ihre Pflegestelle gebracht.
 
Zunächst wurde mit einer Antibiotikatherapie begonnen, allerdings ohne Erfolg. Paula bekam weiterhin keine Luft und schien resistent gegen Antibiotika zu sein. Erst als sie in eine Tierklinik gebracht wurde, in der ein CT gemacht werden konnte, erkannte man das ganze Ausmaß ihrer Beschwerden. Sie hatte einen riesigen Polypen im Innenohr, der ihre Gehörknöchelchen deformiert hatte und gleichzeitig durch das Trommelfell nach außen wuchs sowie nach innen in den Rachen. Paula musste operiert werden. Nach dieser OP trug sie monatelang eine Halskrause, damit kein Schmutz durch ihr offenes Trommelfell in das Innenohr gelangen konnte. Wer jetzt glaubt, nach dieser Operation wurde alles gut, der täuscht sich. Innerhalb von 3 Monaten wuchs wieder ein Polyp nach und Paula musste erneut in der Tierklinik operiert werden.
 
Die Prognose ist eher schlecht, da Paula dazu veranlagt ist Polypen zu bilden. Auch war die letzte OP kritisch, da sie wiederholt ein großes Loch im weichen Gaumen/Rachen hatte und ihre alte Narbe aufgerissen war. Durch ihre Erkrankung, mit der sie lebenslang medizinische Betreuung benötigt, ist sie teilweise eingeschränkt, da sie auf dem rechten Auge fast nichts sieht und auf dem linken Ohr taub ist. Ihre schiefe Kopfhaltung, die unter anderem ein Folgeschaden ihrer Erkrankung ist, wird sie ein Leben lang begleiten. Inzwischen hat Paula gelernt, mit ihren Einschränkungen umzugehen und findet sich in der Wohnung gut zurecht.
 
Man sagt Katzen nach, sie hätten ein gutes Gespür gegenüber dem Menschen, wenn es diesem nicht gut ginge. Paula hat diesbezüglich eine ausgeprägte Gabe. Wenn „ihr Mensch“ sich nicht gut fühlt, verfolgt sie diesen auf Schritt und Tritt. Ebenso maunzt sie ihn an, setzt sich vor ihn hin und legt ihre Pfote auf ihn. Ihr Blick ist dann sehr durchdringend.
 
Sie lebt in ihrer Pflegestelle mit 6 anderen Katzen zusammen und ist sehr loyal und sozial gegenüber ihren Artgenossen. An die vielen Tierarztbesuche hat sie sich bereits gewöhnt – so setzt sie sich, wenn eine Transportbox offen herum steht, einfach hinein. In der Tierarztpraxis selbst ist sie schon bei allen bekannt. Was Paulas Typ einzigartig macht, ist ihr lautes Schnurren, welches dem Gurren einer Taube ähnlich ist. Durch den unermüdlichen Einsatz unserer ehrenamtlichen Mitglieder konnte Paula dazu verholfen werden, ihren sanftmütigen Charakter ausleben zu dürfen. Und sie ist sehr aktiv.
 
Da sie ihr Leben lang alle 3 Monate zur Kontrolle ihrer Polypen muss, bleibt eine finanzielle Dauerbelastung nicht aus. Auch weiß man nicht, ob wieder eine OP fällig wird. Deswegen hoffen wir auf Menschen, die sich vorstellen könnten, eine Patenschaft für Paula zu übernehmen. Dies würde uns im Falle einer weiteren OP ein kleines bisschen entlasten.
 
Wenn Sie Interesse an einer Patenschaft für Paula haben, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung oder nehmen Sie einfach Kontakt mit Paulas Pflegestelle auf.
 
Tel. 07422 9894385 oder 0151 20939310.

(c) 02/2017 - Tierschutzverein Schramberg
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Wir benötigen dringend weitere Pflegestellen, denn ohne Menschen, die Tieren ein vorübergehendes Zuhause schenken, können wir keine Notleidende Tiere aufnehmen.