Fundtierkostenfrage wird im Schramberger Ausschuss für Umwelt und Technik und im Landesbeirat für Tierschutz diskutiert.

Worüber vor einigen Jahren noch teils heftig debattiert wurde, ist heute unstrittig und eigentlich allen Verantwortlichen klar: für die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung von Fundtieren ist die jeweilige Gemeinde zuständig. Dies schließt mit ein, dass geeignete Räumlichkeiten und entsprechend geschultes Personal vorgehalten, sowie alle notwendigen tierärztlichen Maßnahmen durchgeführt werden müssen. In der Regel treten die Gemeinden diese Aufgabe gerne an Tierschutzvereine ab, bei der Übernahme der dadurch entstandenen Kosten allerdings, hapert es gewaltig.

In Schramberg kümmert sich seit Jahren der hiesige Tierschutzverein um gefundene oder verloren gegangene Vierbeiner und muss zudem noch die finanzielle Hauptlast tragen. Die Stadt Schramberg beteiligt sich bislang mit weniger als 20% an den durch Fundtiere verursachten Kosten, weswegen der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Claudio Di Simio, eine Anpassung beantragte, die den Aufwandsersatz zwar auf ca. 87%, aber dennoch nicht kostendeckend erhöht hätte. In der Sitzung des AUT am Donnerstag sollte darüber abgestimmt werden. Die Ausschussmitglieder, allen voran aus den Reihen der CDU und der Buntspecht-Fraktion, bezweifelten jedoch die Höhe der Ausgaben und erreichten damit eine Vertagung der Entscheidung über die Fundtierkostenpauschale. Da half auch die Beteuerung von Oberbürgermeister Herzog nicht weiter, dass die vom Verein der Stadtverwaltung vorgelegten Zahlen völlig plausibel seien.

Claudio Di Simio, seit Mai diesen Jahres auch zweiter Vorsitzender des Landestierschutzverbandes, sieht Parallelen zu anderen Vereinen in Baden-Württemberg: „Landesweit tun sich die Tierschutzvereine schwer damit, ihre Ansprüche gegen die Kommunen durchzusetzen, weil dort nicht gesehen werden möchte, welch hoher Aufwand mit der Organisation und Pflege und der anschließenden Weitervermittlung der Fundtiere an neue Tierhalter verbunden ist. „Vielfach sei man der Auffassung, es genüge, die Tiere wegzusperren und hin und wieder zu füttern. Stattdessen sei ein aufwändiges Tierheimmanagement notwendig, denn die aufgenommenen und häufig kranken und geschwächten Tiere sollten nicht nur schnellstmöglich gesund werden, sondern es auch bleiben.

Der Landestierschutzverband führt deshalb schon seit geraumer Zeit Gespräche auf höchster Ebene und hat das Thema auch bei der letzten Sitzung des Landesbeirats für Tierschutz thematisiert.

Nun stärkt den Tierschützern auch der für Tierschutz zuständige Landesminister Peter Hauk (CDU) den Rücken: “Tierheime erfüllen einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag. Dabei sind sie auf eine finanzielle Unterstützung der Allgemeinheit angewiesen“. Er kündigte in einer am 1. Dezember veröffentlichten Pressemitteilung des Ministeriums an, das Gespräch mit den vor Ort zuständigen Städten, Gemeinden und Landkreisen zu suchen. Ziel sei es, die finanzielle Lage der Tierheime durch eine ausreichende Kostenübernahme durch die Behörden zu verbessern.

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Wir benötigen dringend weitere Pflegestellen, denn ohne Menschen, die Tieren ein vorübergehendes Zuhause schenken, können wir keine Notleidende Tiere aufnehmen.