Nach einer lebhaften Debatte mit teilweise sehr engagierten Wortmeldungen, hat der Ausschuss für Umwelt und Technik grünes Licht für den Investitionszuschuss der Stadt Schramberg an den Tierschutzverein gegeben. Zusammen mit dem dann zu erwartenden Landeszuschuss könnten ab dem Jahr 2015 insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung stehen, die in die Realisierung des ersten Baubschnitts mit einem Volumen von 310.000 Euro fliessen sollen. Den Rest möchte der Verein aus eigenen Spendenmitteln und in Eigenleistung erbringen.

Die Gemeinderäte lobten das hohe ehrenamtliche Engagement und würdigten die wertvolle und zuweilen schwere Arbeit der Tierschützer. Ohne die freiwillige Mitarbeit des Tierschutzvereins, so die einhellige Meinung der Räte und der Stadtverwaltung, sei es der Stadt nur schwer möglich, ihrer Aufgabe der Verwahrung von Fundtieren gerecht zu werden.

Ein "Weiter wie bisher" könne es aber nicht geben, so die beiden Vorsitzenden des Tierschutzvereins Lothar Joachim und Claudio Di Simio. Der Verein sei längst an die Grenze seiner Aufnahmekapazität angelangt und könne selbst in Notfällen nicht immer in der erforderlichen Zeit reagieren, wenn Tiere aufgenommen werden müssten. Zudem sei die Aufnahme von Fundtieren in privaten Pflegestellen eine zustätzliche Belastung, die neben der Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten auch grosse persönliche Einschränkungen über einen ungewissen Zeitraum für die Freiwilligen und deren Familien mit sich bringe. Ein Tierheim hingegen böte neben der unabdingbaren Quarantänestation auch breitere Möglichkeiten, sich ehrenamtlich im Tierschutz einzbringen.

Kritische Fragen gab es jedoch, was die Finanzierung des zweiten Baubschnitts angeht, der rund weitere 240.000 Euro kosten soll, und damit verbundener möglicher Personalfolgekosten. Die Ausschussmitglieder wollten hier keine abschliessende Festlegung, geschweige denn eine Zusage treffen.

Das sei zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht nötig, so die Vorsitzenden des Tierschutzvereins. Wichtig sei es zunächst, mit dem ersten Baubschnitt kurzfristig eine Grundlage zu schaffen, für eine mögliche spätere Erweiterung entsprechend dem Bedarf und den vorhandenen Mitteln. Dabei wolle man auch die Umlandgemeinden miteinbeziehen, aus denen ebenfalls Fundtiere an den Tierschutzverein überbracht würden. Ziel sei es aber weiterhin, so weit möglich, das Tierheim auf ehrenamtlicher Basis zu betreiben.