Am Ende war das gequälte Miauen der Katze für die Tierfreunde aus Locherhof nur schwer zu ertragen. Eine junge Katze hatte sich auf eine 15m hohe Tanne geflüchtet und harrte im Baumwipfel aus, offenbar unfähig, wieder selbständig den Abstieg zu schaffen. Ihrer Not verschaffte sie lautstark Ausdruck, was einige der anwohnenden Tierfreunde auf den Plan rief.

Die wiederum alarmierten die Eschbronner Feuerwehr. Schnell jedoch wurde dem Einsatzleiter klar, daß das vorhandene Gerät nicht ausreichen würde, um die Katze vom Baum zu bergen. Also wurden die Kollegen aus Rottweil um Hilfe ersucht, die wenig später mit einer großen Drehleiter anrückten. Leider gelang es auch mit der Verstärkung aus Rottweil nicht, die Katze aus ihrer Lage zu befreien. Das schwere Gerät versetzte das ohnehin schon nervöse Tier derart in Panik, daß es in einen benachbarten Baumwipfel sprang und sich so vollends der Reichweite seiner Retter entzog.

Hilflos hörten die besorgten Anwohner, wie das arme Tier vier Tage und Nächte unentwegt jammerte. Wilhelm Thom, vor dessen Haus der Baum steht, wandte sich hilfesuchend an den Tierschutzverein Schramberg: "Wir machen uns große Sorgen. Wenn es nicht gelingt die Katze vom Baum zu holen, befürchten wir, daß sie durch den Flüssigkeitsverlust bei dieser Hitze kollabieren wird." Keiner der Nachbarn wolle mitansehen, wie das schwächer werdende Tier langsam auf dem Baum verende. Vom Tierschutzverein kam dann auch der Vorschlag, einen professionellen Baumpfleger zu rufen. So wurden am Ende nach längerer Suche Philipp Niefer und sein Kollege gefunden, zwei Spezialisten aus Rottweil, deren Arbeitsplatz mitunter die Wipfel 60m hoher Bäume sind. Beiden gelang es schließlich, an Seilen abgesichert, bis zur Baumspitze hochzuklettern und die Katze sicher auf den Boden zu bringen.

Für Claudio Di Simio, der die Katze vor Ort für den Tierschutzverein Schramberg in Empfang nahm steht fest: „Ohne die Anteilnahme der Anwohner und deren Beharrlichkeit, eine Lösung zu finden, hätte die Geschichte kein so glückliches Ende genommen.“ Er danke auch dem Bürgermeister Eschbronns dafür, daß dieser die Lage ernst genommen und die Aktion unterstützt habe.

Wieviel Glück die Katze, mittlerweile auf den Namen Emma getauft, tatsächlich hatte, zeigte sich indes erst fünf Tage später. Dann nämlich, brachte sie sechs gesunde Katzenbabys zur Welt. Emma darf nun in einer Pflegestelle erst mal ihre Kleinen großziehen. Danach werden Mutter und die Kätzchen weitervermittelt. Interessenten dürfen sich jetzt schon beim Tierschutzverein melden, sollten aber eine nicht ganz ernst gemeinte Bedingung erfüllen. Vor dem neuen Zuhause dürfen keine hohen Bäume stehen.

(c) 07/2011 - Thom/Niefer
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Wir benötigen dringend weitere Pflegestellen, denn ohne Menschen, die Tieren ein vorübergehendes Zuhause schenken, können wir keine Notleidende Tiere aufnehmen.